1. Allgemeines2. Eingewöhnung3. Geburtstagsfeiern
4. Bewegung5. Musik6. Offene Gruppentüren


1. Allgemeines

Jedes Kind entwickelt sich in seinem eigenen Lerntempo und wird von uns als Person geachtet und akzeptiert, wie es ist. Wir wollen den eigenen Willen, der aber auch seine Grenzen kennen muss, und die Grundpersönlichkeit des Kindes schützen und fördern.
Auf dem Weg vom Kleinstkind zum Schulkind wollen wir die uns Anvertrauten in unserem Haus liebevoll und individuell begleiten.
Durch intensive Beobachtung werden die Bedürfnisse und die Entwicklungsphasen der Kinder von den Erzieherinnen erkannt und dementsprechend die Umgebung der Kinder den wechselnden Bedürfnissen und Anforderungen angepasst.
Kinder lernen unablässig, stellen Fragen, geben selbst Antworten - und lernen durch Ausprobieren, Nachdenken, Wiederholen -  und aus Irrtümern! Für dieses begeisterte Lernen soll in unserem Kindergarten viel Raum sein; auf beiden Seiten.

Das freie Spiel bzw. die Freiarbeit nimmt dem Montessori-Gedanken gemäß einen hohen Stellenwert in unserem Kinderhausleben ein.
Zur selbst bestimmten Beschäftigung und zur Entfaltung der Kreativität werden bei uns neben dem klassischen Montessori-Material auch Puzzle, Bücher, selbst hergestellte Knete oder Ton, Malutensilien, Tücher und Kostüme zum Verkleiden, Bausteine, Holz- und Bastelmaterial angeboten. Gerade im kreativen Bereich steht auch das freie Arbeiten nach einem inneren Gestaltungswillen im Vordergrund, nicht ein Ergebnis nach Schablone.
Auch der Aufenthalt im Garten sowie Ausflüge und Spaziergänge sind geprägt vom Charakter des Freispiels. Tägliche Begegnung mit der Natur, Sinneserfahrungen draußen, den Jahreszeiten entsprechend, werden von uns ermöglicht und unterstützt.
Die freie Auseinandersetzung mit der Umgebung benötigt aber auch einen äußeren Rahmen durch feste Regeln und Absprachen, die für alle Mitglieder der Gruppe verbindlich sind und auf deren Einhaltung wir großen Wert legen. Die Freiheit des Kindes darf soweit gehen, wie sie die Freiheit des Nächsten nicht beschneidet. Insofern gibt es notwendige Grenzen, die zu einer positiven Gemeinschaftserfahrung beitragen. So wie uns eine Ordnung im miteinander wichtig ist, legen wir auch Wert auf Ordnung im Gruppenraum. Sie vermittelt den Kindern Geborgenheit, Überblick, Verlässlichkeit und Klarheit.
[zum Seitenanfang]


2. Eingewöhnung

Der Übergang aus der Familie in die noch unbekannte Krippe oder den Kindergarten bedeutet für jedes Kind eine große Herausforderung an seine Fähigkeit, sich an neue Umgebungen anzupassen und Beziehungen zu fremden Personen aufzubauen. Vor allem Kinder im Krippenalter sind überfordert, wenn sie diese Umstellung ohne Unterstützung durch ihre Eltern bewältigen müssen.
Alle Kinder bauen in ihren ersten Lebensmonaten und -jahren besondere Beziehungen zu den Personen ihrer engsten Umgebung auf, in der Regel also zu ihren Eltern. Diese enge Bindung an die Mutter, den Vater, dient dem Kind grundsätzlich als „sichere Basis“. Vor allem in den ersten drei Lebensjahren benötigen die Kinder diese Unterstützung der Eltern, weil sie ihr „inneres Gleichgewicht“ noch nicht allein aufrechterhalten können.
Das Kind reguliert sein inneres Gleichgewicht durch Entfernung und Rückkehr von seiner Bezugsperson: Fühlt sich das Kind sicher, entfernt es sich von der Mutter/dem Vater und untersucht die neue Umgebung. Fühlt sich das Kind unsicher, sucht es die Nähe der Eltern wieder. Es beruhigt sich, wenn es die gewünschte Nähe erreicht hat. Unsicherheit, bei der die Kinder die Anwesenheit und die Aufmerksamkeit ihrer Bezugsperson benötigen, entsteht besonders in Stress-Situationen: bei Erkrankung oder Schmerz, aber auch in fremden Umgebungen und bei fremden Personen – wie es z. B. anfangs im Kinderhaus der Fall ist.
Erst wenn sich das  Kind von sich aus löst und beginnt, die neue Umgebung zu erforschen, ist es bereit, Kontakt mit der Erzieherin aufzunehmen. Haben sich Erzieherin und Kind näher kennen gelernt und hat sich eine neue, weitere Vertrauensbasis gebildet, fällt es dem Kind immer leichter sich von der Mutter/dem Vater zu lösen. Die Anwesenheit eines Elternteils im Gruppenraum wird entbehrlich, wenn die Erzieherin an Stelle der Mutter/des Vaters die Funktion einer „sicheren Basis“ für das Kind übernehmen kann.
Demzufolge ist es von größter Bedeutung, dass die Eingewöhnungszeit in die Krippe oder den Kindergarten von einem Elternteil so lange begleitet wird, bis eine gute Beziehung zu der Erzieherin aufgebaut ist.
Die Dauer der Begleitung durch die Eltern in der Eingewöhnungszeit hängt davon ab, wie lange das Kind dazu die Anwesenheit der Eltern tatsächlich benötigt. Erfahrungsgemäß ist bei Krippenkindern ein Zeitraum von 2 bis 4 Wochen nötig. Das Tempo bestimmt Ihr Kind. Zum praktischen Vorgehen verweisen wir auf unser Eingewöhnungskonzept.
In der Krippe werden die Kinder prinzipiell gestaffelt aufgenommen. Dies bedeutet, dass im Regelfall ein Kind eingewöhnt wird und bis zur Neuaufnahme des nächsten Kindes zwei Wochen vergehen.
Die Eingewöhnung in die Kindergartengruppe vollzieht sich wegen der Reife der Kinder meist rascher als in die Krippe. Eine individuelle Eingewöhnung ist für alle Kinder gewährleistet.
[zum Seitenanfang]


3. Geburtstagsfeiern

Der eigene Geburtstag ist ein wichtiger Tag für Ihr Kind. Es ist ein Jahr älter und reifer geworden und steht heute im Mittelpunkt. Ein kleines Ritual in der Krippe lassen den Tag zu etwas Besonderem werden. Das Kind trägt eine Krone, bewundert den geschmückten Geburtstagstisch mit den Kerzen und seinem Namen. Im Kindergarten wird das Ritual noch um einige Elemente erweitert: Das Kind darf die „Brücken- und Kutschenkinder“ bestimmen, die es in den Morgenkreis hinein begleiten, wird im Geburtstagskreis besungen und darf die „Erde tragen“.

Sie möchten etwas mitbringen zum gemeinsamen Feiern – einen Kuchen oder eine Brotzeit? Gerne.
Sagen Sie uns bitte Bescheid!
[zum Seitenanfang]







4. Bewegung

Der Bayerische Bildungs- und Erziehungsplan stellt neben anderen Erziehungsfeldern auch die Wichtigkeit von Bewegung in den Vordergrund.
Wir teilen diese Ansicht, denn in unserer technisierten Welt, wo selbst die Kinder leider meist mit dem Auto in den Kindergarten gebracht werden, ist es wichtig, den  Kindern die Zeit und die Möglichkeit zu geben mit ihrem Bedürfnis nach Bewegung in Kontakt zu treten und dieses Bedürfnis auf vielfältigste Art in natürlicher Umgebung zu sättigen.
Die Welt der Kinder ist vom Anbeginn ihres Lebens natürlicherweise eine Welt der Bewegung. Unermüdlich ist die Aktivität der Kinder. Bewegung bedeutet, sich selbst kennen zu lernen, das Gefühl der Freude, Lust und Erschöpfung zu erleben. In seiner Bewegung setzt sich das Kind nicht nur mit sich selbst, sondern auch mit seiner Umwelt auseinander. Die Erlangung grob- und feinmotorischer Geschicklichkeit ist Vorraussetzung bestimmter geistiger Operationen (z.B. Grammatik). Prof. Gerald Hüther, Neurobiologe, weist darauf hin, dass Kinder vor allem eigene Körpererfahrungen brauchen, um die wichtigsten neuronalen Schaltkreise im Gehirn aufzubauen.
Deshalb ist auch in unserem Alltag stets Platz dafür. Beim natürlichen Spielen im Laufe des Vormittags sind die Kinder unablässig in kleiner oder großer Bewegung – seien es Finger und Hände oder auch der ganze Körper.
Aber auch außerhalb des Gruppenzimmers ist in der Bewegungsbaustelle stets Raum und Zeit zum Laufen und Hüpfen. In unserem neu gestalteten, naturnahen Garten können die Kinder Steine und Hügel erklimmen, auf einem großen Baumstamm balancieren, aber auch Treppen ersteigen üben, die Rutsche genießen, schaukeln oder Fahrgeräte ausprobieren.
Die Freude an Bewegung wird bei uns spielerisch gefördert, die Kinder können Bewegungsbaustellen selbst kreieren, spüren wie es sich anfühlt, wenn sie sich anstrengen und schwitzen, wie das Herz pocht und sich schließlich wieder beruhigt. Durch den Sport werden wichtige Kompetenzen, wie z.B. die Zuversicht in die eigene Leistungsfähigkeit oder Teamgeist aufgebaut und entwickelt.
[zum Seitenanfang]


5. Musik

Untersuchungen zeigen, dass sich Musik günstig auf die Persönlichkeitsentwicklung und auch auf das seelische Gleichgewicht auswirkt. Deshalb tönt es auch immer wieder in unserem Kinderhaus: So erklingt im Laufe des Vormittages oftmals ein Lied spontan aus der Situation heraus. In beiden Gruppen wird selbstverständlich in den gemeinsamen Kreisen viel gesungen. In der Kindergartengruppe gibt es darüber hinaus für alle Kinder das Angebot „Erlebniswelt Musik“: Eine in Früherziehung geschulte Fachkraft führt zusätzlich einmal in der Woche die Kinder mit Fingerspielen, rhythmischen Bewegungsspielen, Singen und Musizieren in die Welt der Musik ein.
[zum Seitenanfang]








6. Offene Gruppentüren

Wenn die Kinder in der Krippengruppe richtig heimisch und schon „groß“ geworden sind, erproben manche von ihnen ihre Selbstständigkeit und initiieren erste, kurze Schnupperbesuche in der Fuchsgruppe – dort, bei den „Großen“, sind sie willkommene Gäste. Sie helfen sich gegenseitig oder spielen ein Weilchen gemeinsam und gehen dann wieder zurück in ihr vertrautes Reich.
Nach Absprache dürfen auch einzelne Kinder des Kindergartens auch die Krippenkinder besuchen.
An bestimmten Tagen öffnen sich die Türen der Gruppenzimmer ganz gezielt, und die Krippenkinder sind z.B. eingeladen, zusammen mit den Kindergartenkindern ein Fest zu feiern.
Erfahrungsgemäß empfinden die Kinder aus beiden Gruppen diese Möglichkeiten der freundschaftlichen Kontaktpflege über die Altersgrenzen hinweg als Bereicherung.
[zum Seitenanfang]